Welt-Online: Wo Juden, Christen und Moslems gemeinsam feiern
| 14. September 2011 | Veröffentlicht von Schreiber unter Presseschau |
Aus der Rubrik Presseschau hier der Hinweis auf einen Artikel auf welt-online.de über die Stadt Haifa:
Hinter der Kolonie, wo die Templer früher ihre Weinstöcke gepflanzt hatten, zieht sich heute ein von oben bis unten perfekt gepflegter Garten einen Kilometer lang über 19 Terrassen den steilen Nordwesthang des Karmel hinauf. Kein welkes Blatt trübt das Auge, keine Blüte tanzt aus der Reihe, Hecken und Büsche sind exakt beschnitten, die Geranienrabatten sind unkrautfrei, alle Wege sind akkurat geharkt, marmorgefasste Brunnen plätschern munter – die Anlage wirkt durch und durch deutsch, eigentlich fehlen nur Gartenzwerge. Doch nicht deutsche Kolonisten waren hier am Werk, sondern Bahai.
Die Bahai sind eine aus Persien stammende Religionsgemeinschaft mit weltweit fünf Millionen Anhängern. Sie haben keine Priester und glauben an ein Zeitalter des Friedens, ihr Religionsstifter heißt Bab. Seine sterblichen Überreste werden im mit einer Kuppel gekrönten Schrein des Bab verwahrt, der im Mittelpunkt des Bahai-Gartens zu Haifa steht, der 2008 von der Unesco zum Weltkulturerbe befördert wurde. Zusammen mit Archiv, Lehrzentrum und “Haus der Gerechtigkeit” bildet er das Weltzentrum der Bahai. Der Garten kann kostenlos besichtigt werden, allerdings nur in bestimmten Bereichen und nur zu bestimmten Zeiten und nur in eine Richtung: bergab. Allein Bahai ist es erlaubt, die mehr als 1700 Stufen bergauf zu erklimmen, worüber sich indes noch kein Tourist beklagt haben dürfte.
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