Bahá’u’lláh – die Herrlichkeit Gottes
Was für die Juden Moses, für die Christen Christus, für die Buddhisten Buddha und für die Muslime Mohammed ist, das ist Bahá’u'lláh für die Baháí. Der Name Bahá’u’lláh stammt aus dem Arabischen und bedeutet Herrlichkeit Gottes. Die Religion, die von Bahá’u'lláh gestiftet wurde, heißt Bahá’í-Religion. In der Vergangenheit überbrachten die Boten Gottes ihre Botschaft, indem sie zur Menschheit sprachen oder predigten. Diese Äußerungen wurden von anderen aufgezeichnet – manchmal zu Lebzeiten der Propheten, manchmal später aus den Erinnerungen ihrer Anhänger. Der Begründer des Bahá’í-Glaubens nahm dagegen selbst Stift und Papier in die Hand und schrieb für die Menschheit die Offenbarung, die Er empfing, nieder oder diktierte sie Gläubigen, die ihm als Sekretäre dienten.
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Bahá’u'lláh thematisierte nicht nur immerwährende theologische und philosophische Fragen, die die Menschheit seit ihren Anfängen beschäftigen wie beispielsweise – Wer ist Gott? Was ist Gut? oder Warum sind wir hier? – sondern auch Fragen, die die Denker des 20. Jahrhunderts beschäftigten: Wie ist die menschliche Natur beschaffen? Ist Frieden wirklich möglich? Liegt Gott noch etwas an der Menschheit?
Aus Bahá’u'lláhs Worten empfängt die weltweite Bahá’í-Gemeinde Inspiration, moralische Ausrichtung und kreative Energie.
Bahá’u'lláh, dessen Name auf Arabisch “Herrlichkeit Gottes” bedeutet, wurde am 12. November 1817 in Teheran geboren. Er war Sohn eines wohlhabenden Regierungsministers – Mirza Buzurg-i-Nuri. Sein Vorname war Husayn-`Ali und seine Familie konnte ihren Stammbaum bis auf die großen Dynastien der Kaiserzeit des Iran zurückführen. Als junger Mann führte Bahá’u'lláh das Leben eines Prinzen. Seine Ausbildung bestand im Wesentlichen aus der Reitkunst, Schwertkunst, Schönschreib-Kunst (Kalligraphie) und klassische Dichtkunst.
Weil Bahá’u'lláh eine vom Islam unabhängige Religion verkündete, wurde er ins Gefängnis geworfen und verbannt: zuerst nach Bagdad, dann nach Konstantinopel, nach Adrianopel und schliesslich in die Gefängnisstadt ‘Akka in der Bucht von Haifa. Bis zu seinem Lebensende im Jahre 1892 wohnte er unweit von ‘Akka. Alle Bemühungen der Regierung und Geistlichkeit seines Heimatlandes, ihn zu unterdrücken, schlugen fehl: Sein Glaube verbreitete sich über die ganze Welt. Heute bekennen sich über fünf Millionen Menschen aller Welt zu Bahá’u'lláh.
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Beispiel aus dem unendlichen Reichtum der Offenbarungen Baha’u'llahs:
“Der höchste Grund für die Erschaffung der Welt und aller Dinge in ihr ist, daß der Mensch Gott erkenne. Wer am heutigen Tage, vom Duft aus dem Gewande Seines Erbarmens geleitet, Einlaß in diese lichte Wohnstatt – die Stufe der Erkenntnis des Urquells göttlicher Gebote und des Morgens Seiner Offenbarung – erlangt, der hat auf ewig alles Gute erreicht. Jeder Seele, die diese hehre Stufe erlangt, verbleibt eine zweifache Pflicht. Zum einen muß sie so standhaft in der Sache Gottes sein, daß alle Völker der Welt machtlos wären, wenn sie versuchten, sie von dem Urquell der Offenbarung fernzuhalten. Das zweite ist die Befolgung der göttlichen Gebote, die dem Brunnquell Seiner vom Himmel geführten Feder entströmen. Denn des Menschen Gotteserkenntnis kann sich nur dann voll angemessen entfalten, wenn der Mensch befolgt, was Er verordnet und in Seinem himmlischen Buche dargelegt hat.” (Bahá’u'lláh, Botschaften aus Akka (Bahá’í-Verlag GmbH, Langenhain 1982), XVII, pp. 295.)
“Veredelt euere Zunge durch Wahrhaftigkeit, o Menschen, und ziert euere Seele mit dem Schmuck der Ehrlichkeit. Hütet euch, o Menschen, daß ihr nicht gegen jemanden falsch seid. Seid Gottes Treuhänder unter seinen Geschöpfen und die Wahrzeichen seiner Großmut unter seinem Volke.” (Bahá’u'lláh, Ährenlese (Bahá’í-Verlag GmbH, Langenhain 1980), CXXXVI, p. 258. )
Intressante Beiträge hierzu: