Heilige Stätten der Bahai in Haifa sind nun Weltkulturerbe
[inspic=163,left,,thumb]Die UNESCO hat bei ihrer Welterbe-Tagung im kanadischen Québec insgesamt 27 Kultur- und Naturstätten neu als Welterbe anerkannt. Darunter auch die Heiligen Stätten der Bahai in Haifa und Bahji. Der Schrein des Bab in Haifa sowie das Grabmal Bahaullas in Bahji sind Pilgerziele von rund sieben Millionen Bahai weltweit. Auch wurde auf der Startseite der Homepage der UNESCO in Deutschland die Pressemitteilung über die neuen Weltkulturerbe-Ernennungen mit einem Bild des Schreins des Bab versehen.[inspic=65,,,0]
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Aus der Presseerklärung der Deutschen Bahai-Gemeinde:
Die beiden Schreine, einer davon in der Nähe des Welterbes der Altstadt von Akko an der nördlichen Küste Israels und der andere auf dem Berg Karmel in Haifa, sind die Ruhestätten von Bahá’u’lláh und dem Báb, den Stiftern der Bahá’í-Religion.
Durch die gestrige Entscheidung des UNESCO Welterbe-Komitees auf seiner 32. Tagung vom 2. bis 10. Juli 2008 in Québec, Kanada, wurden zwei der heiligsten Stätten der Bahá’í in das Verzeichnis der international anerkannten Stätten aufgenommen, wie zuvor auch die Große Mauer in China, die ägyptischen Pyramiden, der Taj Mahal oder Stonehenge.
„Der Anerkennung kommt gerade an diesem Tag eine hohe Symbolkraft zu, da die fünf Millionen Bahá’í weltweit heute des gewaltsamen Todes des Báb gedenken, der einer ihrer Stiftergestalten ist“, sagte Dr. Nicola Towfigh. Der Báb wurde aufgrund seiner religiösen Überzeugung am 9. Juli 1850 in der iranischen Stadt Tabris hingerichtet. Seine sterblichen Überreste sind in dem Schrein auf dem Berg Karmel in Haifa beigesetzt.
Das Welterbe-Verzeichnis enthält auch andere religiöse Stätten mit internationaler Bedeutung wie den Vatikan, die Altstadt von Jerusalem und die Ruine der vor kurzem zerstörten buddhistischen Bamiyan Statuen in Afghanistan. Die Bahá’í-Schreine sind jedoch die ersten Stätten mit einer religiösen Tradition, die in der Neuzeit entstanden sind, die in das UNESCO-Verzeichnis aufgenommen wurden.
Die Bahá’í glauben, dass sowohl Bahá’u'lláh als auch der Báb wie bereits zuvor Abraham, Moses, Jesus Christus oder Mohammed Gottesoffenbarer waren. Ihre Ruhestätten sind Pilgerorte für eine religiöse Gemeinschaft mit etwa fünf Millionen Gläubigen. Der Schrein Bahá’u’lláhs ist der Bezugspunkt für das tägliche Gebet der Bahá’í auf der ganzen Welt, ähnlich wie die Klagemauer in Jerusalem für die Juden und die Kaaba in Mekka für Moslems.
Baha’u’llah, der im Iran geboren worden war, wurde nach Akko verbannt, das damals Teil des Osmanischen Reiches war und verstarb dort 1892. Der Bab wurde 1850 im Iran hingerichtet und Seine sterblichen Überreste wurden später in Haifa beigesetzt.
Bemerkenswert an den beiden Schreinen sind die sie umgebenden angelegten Gärten, die Gestaltungselemente vieler Kulturen harmonisch miteinander verbinden. Zusätzlich zu den Bahá’í-Pilgern werden sie jedes Jahr von hunderttausenden Touristen besucht.
Albert Lincoln, Generalsekretär der Internationalen Bahá’í-Gemeinde, sagte anlässlich der Entscheidung: “Wir begrüßen die Anerkennung der UNESCO, die die Wichtigkeit der heiligen Stätten einer Religion hervorheben, welche sich innerhalb von 150 Jahren von einer kleinen Gruppe von Anhängern im Nahen Osten zu einer weltweiten Gemeinde mit Gläubigen in praktisch jedem Land entwickelt hat. Die Bahá’í-Gemeinde ist der Regierung Israels besonders dankbar dafür, dass sie die Nominierung vorgeschlagen hat.”
Das Verzeichnis der Welterbe-Stätten wurde von der UNESCO im Jahr 1972 initiiert, um Kultur- und Naturstätten „mit herausragender universaler Bedeutung“ zu identifizieren, zu schützen und zu erhalten.
Bisher haben 184 Staaten das Welterbe-Abkommen unterzeichnet, welches die allgemeinen Kriterien zur Aufnahme in das Verzeichnis festlegen. Mehr als 850 Stätten, darunter auch Naturgebiete wie der Serengeti in Ostafrika und das Great Barrier Reef in Autralien wurden in das Verzeichnis aufgenommen.
Das Welterbe-Komitee setzt sich aus 21 Unterzeichner-Staaten des Welterbe-Abkommens zusammen. Es tritt einmal jährlich im Heimatland des Vorsitzenden zusammen. In diesem Jahr ist Dr. Christina Cameron aus Kanada Vorsitzende und das Treffen fand daher in Quebec statt, welches selbst ebenfalls Welterbe ist und wo derzeit die 400-Jahrfeierlichkeiten der Stadt abgehalten werden.
Quelle: Bahai.de
Weitere Bilder zu den Heiligen Stätten finden sich hier.
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