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An einem Sonntag zum Haus der Andacht

19.jpgNicht weit von den Metropolen Frankfurt und Wiesbaden, auf einer ersten Anhöhe des Taunus im kleinen Städtchen Langenhain steht das Bahai-Haus der Andacht mitten im Grünen und lädt zum verweilen ein. An jedem Sonntag um 15:00 Uhr findet hier eine Andacht statt. Zur Teilnahme an dieser Andacht mit Lesungen aus den Schriften aller Hochreligionen ist jeder eingeladen. Warum nicht einmal diese Gelegenheit wahrnehmen!

Schon bei der Anfahrt kann man erste Blicke des sehr markanten Bauwerks erhaschen. Die Besonderheit des im Jahre 1964 erbauten Gebäudes liegt nicht zuletzt in der Verwendung von Glas anstelle von Außenmauern, kombiniert mit 9 Türen, durch die sowohl die Offenheit nach allen Seiten, als auch die Verbundenheit mit der Natur zum Ausdruck kommen soll. In der hochaufragenden Kuppel des Innenraums verlieren sich die Blicke in unzähligen kleinen, in Rautenform gearbeiteten Glasfenstern, die das Tageslicht in einem lebhaften Spiel aus Licht und Schatten hinein fluten lassen. An der Spitze des Kuppeldaches, dort wo alle Streben der Konstruktion hoch oben zusammenlaufen, glänzt in hellem Blau die Innschrift »O Herrlichkeit des Allherrlichen«.

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Die im Raume liegende Stille und die Sonne, die durch die Fenster strahlt, lassen den Besucher sofort und ohne Zögern in eine ruhige, meditative Haltung fallen. Mit leisem Schritt nähert man sich einem der zahlreichen Sitzgelegenheiten. Der Blick wandert unweigerlich wieder nach oben in die Kuppel und dann herum durch das runde Gebäude. Ein schönes, wenn auch nicht übertriebenes Blumenbukett markiert die Stelle, an der die Leser aus den Texten lesen werden. Diese Stelle und die Ausrichtung der Stuhlreihen im kreisrunden Gebäude sind nicht von ungefähr. Es ist die „Qi’blih“, die  Gebetsrichtung, welche in die Richtung des Ortes Bahjí in Akká/Israel zeigt.
Die nun teils gesprochenen, teils gesungenen Gebete und Lesungen aus den Schriften des Christentums, des Judentums, des Islams und des Bahai-Glaubens verfehlen dann auch ihre Wirkung nicht. Durch die unvergleichliche Akustik des Gebäudes schließt man fast unvermeidbar die Augen und lässt die Worte, Silben und Töne auf sich wirken. Wenn man Glück hat, singt der Bahai-Chor, der die Kuppel des Hauses erschwingen lässt.

Jede Andacht steht unter einem eigenen Thema. So zum Beispiel „Göttliche Tugenden“, „Himmel der Offenbarung“, „Erziehung und Ethik“ oder auch „Das Wort Gottes ist der König der Worte“.

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Nach der etwa halbstündigen Andacht finden sich alle Sinne wieder und man schreitet mit den anderen Besuchern der Andacht langsam und still aus dem Haus. Wer möchte, kann aber auch noch verweilen und im persönlichen, stillen Gebet die Atmosphäre weiter in sich aufzunehmen.
Da die Gedanken und Gefühle aufgewühlt sind und die Sensibilität des Geistes erwacht ist, bietet sich noch ein kurzer, bedächtiger Rundgang rund um das Haus der Andacht in den Grünanlagen an.

Wieder im Hier und Jetzt angekommen befindet sich direkt am Eingang, neben dem Besucherparkplatz, das Besucher- und Informationszentrum, mit einem reichhaltigen Angebot an Literatur in vielen Sprachen. Hier wird dem Gast Tee und Gebäck gereicht und man kommt ins Gespräch mit anderen Menschen. Wer möchte, kann auch noch eine Video-Präsentation über den Bahai-Glauben ansehen oder in den zahlreichen Büchern lesen.

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